Ab Anfang 2022 sollen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nicht mehr mittels Papierausdruck, sondern elektronisch übermittelt werden. Die KBV stellt auf ihrer Themenseite dazu einen Stufenplan vor:

  • Sind in der Praxis die technischen Voraussetzungen gegeben und eine Übermittlung möglich, ist die eAU an die zuständige Krankenkasse zu übermitteln.
    • es wird eine AU für einen Patienten erstellt
    • die AU wird elektronisch mit dem HBA (Heilberufeausweis) signiert
    • der signierte Datensatz wird entweder sofort oder am Abend elektronisch mit KIM an den Kostenträger übermittelt
    • die Ausdrucke für Arbeitgeber und Versicherten müssen weiter erstellt und dem Patienten mitgegeben werden
  • Solange in einer Praxis die technischen Voraussetzungen für die eAU nicht verfügbar sind oder eine Übermittlung nicht möglich ist, muss die Praxis das Ersatzverfahren anwenden: Die oder der Versicherte erhält eine mittels Stylesheet erzeugte AU auf Papier, und zwar alle drei Ausfertigungen (für Krankenkasse, Arbeitgeber, Versicherten). Ein digitaler Nachversand ist nicht erforderlich.
    • es wird eine AU für einen Patienten erstellt
    • die AU wird mit allen drei Versionen (Kostenträger, Arbeitgeber, Patient) ausgedruckt und dem Patienten mitgegeben
  • Solange in einer Praxis beides oben aufgeführte technisch nicht verfügbar ist, stellt sie der oder dem Versicherten eine papiergebundene AU mit Muster 1 oder formfrei aus. 
    • es wird eine AU für einen Patienten erstellt
    • die AU wird mit allen drei Versionen (Kostenträger, Arbeitgeber, Patient) ausgedruckt und dem Patienten mitgegeben

Erstellen einer AU

Um eine AU oder eAU zu erstellen, rufen Sie den Patienten auf und erstellen eine AU → Erlkönig - Muster 01 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

RED zeigt Ihnen am Kopf des Formulars, ob Heilberufsausweise für die Signatur vorhanden sind und ob für den Kostenträger eine KIM-Adresse gefunden wurde. Ist kein HBA vorhanden oder konnte die Adresse des Kostenträger nicht ermittelt werden, ist ein elektronischer Versand nicht möglich.

Abbildung: KIM-Adresse des Kostenträgers ist vorhanden, aber kein HBA im Kartenterminal gesteckt - ein elektronischer Versand der eAU ist nicht möglich


Abbildung: KIM-Adresse und HBA sind vorhanden - ein elektronischer Versand der eAU ist möglich


Ist der elektronische Versand möglich, bestehen zwei Alternativen: 

  • direkte elektronische Unterschrift, sofortiger Versand und Ausdruck der Dokumente für Patient und Arbeitgeber
  • Ausdruck der Dokumente für Patient und Arbeitgeber und spätere Signatur/Versand der (gesammelten) AUs.

Direkte Unterschrift/Versand

Bei Vorliegen von KIM-Adresse des Kostenträgers und HBA zeigt RED Ihnen in der unteren Zeile neben den Schaltflächen für die Drucker zusätzlich einen weiteren Knopf EAU Signieren und Senden. Klicken Sie auf diesen Knopf, wird das Datenpaket der eAU erstellt und die elektronische Unterschrift am Kartenterminal angefordert. Das Kartenterminal mit dem HBA wird Sie dann auffordern, Ihre PIN einzugeben und damit die Signatur zu erzeugen. Anschließend wird die eAU versendet. Daneben wird Ihnen eine weitere Drucker-Auswahl für den Ausdruck der Dokumente angezeigt.

In der Übersicht der Verordnungen haben Sie später die Möglichkeit, die versendeten eAUs einzusehen, Dokumente nachzudrucken, die eAUs erneut zu übermitteln sowie die Rückmeldungen einzusehen.

Ausdruck und späterer Versand

Die elektronische AU muss nicht zwingend sofort elektronisch unterschrieben und versendet werden. Es ist auch zulässig, die Patientendokumente auszudrucken und die Unterschrift bzw. den Versand am gleichen Tag vorzunehmen. In diesem Fall verwenden Sie den normalen Drucker-Knopf, um die Patientendokumente auszudrucken. RED speichert dann die eAU und merkt diese zum späteren Versand vor. Der Verstand der gesammelten eAUs erfolgt dann in der Übersicht der Verordnungen.

Übersicht der Verordnungen

Eine Übersicht aller elektronischen AUs finden Sie in der Übersicht der offenen Verordnungen. Diese finden Sie z.B. durch Suche nach "#b verordnung". RED zeigt Ihnen eine Liste der eAUs der letzten 48 Stunden. 

Für jede eAU können Sie hier deren Druck- bzw. Versandstatus einsehen und Versand bzw. Druck erneut auslösen. Über die Option Alle noch nicht übermittelten AUs versenden können Sie alle hier angezeigten AU, die noch nicht verschickt wurden, zusammen versenden. Dabei verwendet RED die sogenannte Stapelsignatur, d.h. Sie müssen für alle eAU nur einmal Ihre PIN am Kartenterminal eingeben.

In der Übersicht der Verordnungen können Sie auch die Rückmeldungen zu den einzelnen eAU einsehen und kontrollieren. Die Verarbeitung der eAUs auf Seiten der Kostenträger kann bis zu 24 Stunden dauern. Gab es Fehler in den Dokumenten, erhalten Sie eine Rückmeldung, die Ihnen in dieser Übersicht angezeigt wird. Wird eine versandte eAU als fehlerhaft gemeldet, können Sie diese erneut versenden oder im Ersatzverfahren die benötigten Ausdrucke erstellen. 

Verfahren bei Problemen mit der Übermittlung

Wenn der Patient oder die Patientin noch in der Praxis ist, drucken Sie den Ausdruck für die Krankenkasse aus. Der Versand an die Krankenkasse erfolgt dann über die Versicherten. Hat der Patient oder die Patientin die Praxis bereits verlassen und der digitale Versand ist auch bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nicht möglich, muss die Praxis die Papierbescheinigung an die Krankenkasse versenden. In einem solchen Fall kann sie dafür die GOP 40130 abrechnen. Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite der KBV


Neues Muster e010

Mit dem Quartals-Release zum 01.07. wird das Druckverfahren für die eAU auf die sogenannten "Stylesheets" umgestellt. Der Ausdruck des Formulars wird ab dann nicht mehr wie bisher über das normale Druckverfahren erzeugt; vielmehr wird im Hintergrund von RED das für die elektronische AU verwendete Datenpaket erzeugt und über ein sogenanntes "Stylesheet" in das für den Ausdruck vorgesehene Format gebracht. Die neuen Ausdrucke unterscheiden sich nur unwesentlich von den bisherigen. Sie erkennen das neue Muster e010 an der Dokumentenversion.

  • Nutzen Sie für das Muster 01 schon den Blankoformulardruck, sind keine Änderungen notwendig. 
  • Nutzen Sie noch den Fomulardruck mit Durchschlägen, werden für den Ausdruck des Muster 01 AU keine Formularvordrucke mehr benötigt. Der Ausdruck kann auf normales Papier erfolgen. Da der Formularausdruck nun auch den Hintergrund beinhaltet, sollten Sie langfristig auf einen Laser- oder Tintenstrahldrucker wechseln.

KIM-Konto

Elektronische AUs werden den Kostenträgern über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) übermittelt. KIM verwendet die Technologie des E-Mail-Verfahrens und verschlüsselt die verschickten Nachrichten so, dass nur der Empfänger die Nachricht wieder lesen kann. Um Nachrichten mit KIM zu versenden, benötigen Sie ein KIM-Konto, das Sie bei speziellen KIM-Anbietern erhalten. 

Haben Sie einen KIM-Zugang gekauft, stellt Ihnen Ihr KIM-Anbieter die notwendige Software ("KIM-Client-Modul") und die Zugangsdaten Ihres KIM-Kontos zur Verfügung. Ist das KIM-Client-Modul eingerichtet, müssen dessen Zugangsdaten in RED hinterlegt werden. Dazu rufen Sie in RED als Administrator die Funktion Einrichtung Benutzerkonten auf (z.B. Suche über #b benutzer) und legen ein neues KIM Konto an.

Kontobezeichnung: die Bezeichnung, die später als Absender Ihrer KIM-Nachrichten verwendet wird. 

Anbieter: Durch Klick auf den Namen Ihres KIM-Anbieters werden die Eingabefelder mit den uns bekannten Daten vorbelegt. Sie können die vorbelegten Daten ändern.

KIM-Mail-Adresse: Ihre KIM-Mail-Adresse. Diese haben Sie bei der Einrichtung Ihres KIM-Kontos vergeben.

KIM-Domain: wird Ihnen von Ihrem KIM-Anbieter mitgeteilt

Passwort: das von Ihnen für KIM vergebene Passwort

SMTP-Server, Port sowie POP3-Server und Port: diese Angaben erhalten sie von Ihrem KIM Anbieter

SSL-Verbindung: Ihr KIM-Anbieter teilt Ihnen mit, ob eine sichere Verbindung verwendet wird (Standard)

Autorisierung mit HBA oder SMC-B: handelt es sich um eine KIM-Adresse der Praxis, wird der Praxisausweis (SMC-B) als "Ausweis" verwendet. Ist die KIM-Adresse dagegen eine persönliche, autentifiziert sich der Benutzer über den persönlichen HBA. Sie haben dies bei der Einrichtung Ihrer KIM-Adresse festgelegt.


Haben Sie das neue Benutzerkonto gespeichert, müssen Sie es noch allen Benutzern zuweisen, die über dieses Konto KIM-Nachrichten versenden dürfen. Rufen Sie dazu die entsprechenden Benutzer auf und wählen Sie die Option Benutzerkonten zuordnen. Sie erhalten eine Übersicht aller Benutzerkonten, die in RED eingerichtet sind, und können für den ausgewählten Benutzer die gewünschten Konten aktivieren bzw. deaktivieren.




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